Rastlos

September 19th, 2017

Wenn über Straßen, die leer sind,
Ich vor Gedanken, die schwer sind
Und Deinem Schatten fliehen muss;
Denk ich an Worte, die Dein sind,
An Illusionen, die mein sind
Und an einen letzten Kuss.

Erinnerung

September 19th, 2017

Wenn ich im alten Garten steht,
Dort wo wir oft gestanden,
Wo sich nach allem Wohl und Weh
Noch unsre Hände fanden;
Wenn sich in scheuen Tränen, klein,
Die Sonnenstrahlen brechen,
Dann holt mich fernes Klingen ein,
Dann höre ich dich sprechen.

Du bist so schön

September 19th, 2017

Du bist so schön, dass Deine Blicke,
Die selten nur zum Himmel weisen,
Den Herzschlag lenken und mir Stücke
Der Seele aus dem Brustkorb reißen.

Du bist so schön, dass Deine Wangen,
Vor denen Sphinxen stumm erblassen,
Des Nachts in jeden Traum gelangen
Und rastlos mich nicht ruhen lassen.

Du bist so schön, dass allen Worten
Ein jeder Sinn ist längst genommen,
So dass sie vollständig verdorrten,
Noch eh sie aus dem Mund gekommen.

Du bist so schön, dass jene Schmerzen,
Die ich nicht kannte, nie verstehe,
Wie Vögel fliehen aus meinem Herzen,
Wenn ich nur kurz Dein Antlitz sehe.

Sie ist

September 19th, 2017

Die Sonne hebt sich zart über die Hänge,
Bis still und warm sie dein Gesicht küsst,
Nimmt Dunkelheit mit sich und Schmerz und Strenge
Und du weißt, dass diese Welt auch schön ist.

Nebel kriecht verstohlen durch die Schluchten,
Weil oben stolz ein lichtes Blau sich weitet,
Zieht Fluten mit sich in die fernen Buchten
Und du weißt, dass diese Welt auch schön ist.

Amseln zwischern frech im grünen Garten,
Wenn rings auch Menschenlärm die Harmonie frisst,
Sie singen, Anmut sei ein Spiel der tausend Arten
Und du weißt, dass diese Welt auch schön ist.

September 19th, 2017

Kaum dass die Schmerzen, süß, vergangen,
Die stets mir folgten, treu wie Vieh,
Kaum dass die Sehnsucht fast vergangen,
Vermiss ich sie…

September 19th, 2017

Hörst du das Flüstern hoch im Baum?
Ich hab’s aus meinem Leib gemacht.
Jüngst zog es scheu durch meinen Traum
Und hat mir leisen Schmerz gebracht.

September 19th, 2017

Stille rauscht durch meine Ohren,
Wie Tropfen schwer im stolzen Wald,
Hab längst den Weg nach Haus’ verloren,
Weil rings dein Licht betörend strahlt.

September 19th, 2017

Gib mir all Deinen Abscheu, die Wut
Gib mir all Deine mystische Schwere,
Ich trag mit verzweifeltem Mut
Sie leichter, als endlose Leere.

Noch

June 16th, 2017

Das Leuchten wird kalt,
Doch erlischt’s nicht;
Das Blümlein wird alt,
Doch zerbricht’s nicht.

Mein Brustkorb wiegt schwer,
Doch er bebt noch;
Mein Schädel ist leer,
Doch er lebt noch.

Nun atme ich Bilder
Und träume vom Schönen,
Mein Herzschlag wird milder
Im fröhlichen Sehnen.

Ein Mädchen

May 8th, 2017

Ich hatte einst ein Mädchen,
Stolz war’s, klug und schön
Und schließe ich die Augen
Kann heute ich’s noch sehen.

Ich hatte einst ein Mädchen
Mit zornig roten Lippen,
Was tät ich dafür geben,
Noch einmal dran zu nippen.

Ich hatte einst ein Mädchen
Noch härter, als das Sein,
In ihrem Spott zu baden,
Wusch mir die Seele rein.

Ich hatte einst ein Mädchen,
Die Jugend war gegangen,
In seiner Augen schwarzem Grund,
Blieb ich jedoch gefangen.

Ich hatte einst ein Mädchen
Mit Narben tief im Herzen,
Um ihre Pein zu lindern
Ertrug ich Streit und Schmerzen.

Ich hatte einst ein Mädchen,
Das kann ich nicht vergessen,
Von ihrem schwankend Eigensinn
Bin hilflos ich besessen.

Ich hatte einst ein Mädchen
Wie Diamanten schön und hart,
In das bleib, Indolenz zum Trotz
Ich bis zum jüngsten Tag vernarrt.