Herbst

December 12th, 2016

Blut tropft auf die weiten, weißen
Schwingen, die Vergessen tragen,
Dringt ins Fleisch bis Venen reißen
Und die Flügel abwärts jagen.

Buchen bluten dunkle Tränen,
Als gnadenlos der Wind sie beugt,
Die schweben dann gleich schwarzen Schwänen
Zu jenem Gott, der sie gezeugt.

December 12th, 2016

Ich weiß, es ist kalt
Doch es wärmt mich
Ich weiß, es ist alt
Doch es stirbt nicht.

December 12th, 2016

Sag, was ist’s?
So gewaltig, dass es lähmt
Wenn fahl der Morgen naht
Und dabei doch so zart,
Dass es alles zähmt,
Was zornig war und hart.

December 12th, 2016

Ein Lied mischt sich ins Meeresrauschen,
Trägt Fetzen der Unendlichkeit;
Ich steh nur still, um dem zu lauschen,
Was lieblich durch die Wellen schreit.

December 12th, 2016

Komm zu mir Schimäre,
Komm nimm meine Träume
Und trag ihre Schwere
Ins Antlitz der Bäume

December 12th, 2016

Moder liegt endend auf Feldern und Wiesen
Darüber steht Wasser, wie Blei, in der Luft;
Am Himmel blähen sich Wolken, wie Riesen,
Ein alter Bekannter steigt schwer aus der Gruft.

December 12th, 2016

Die Straße führt in jenes Nichts,
Wo Himmelreich und Welt sich paaren:
Ein dichtes Weiß ist Spur des Lichts,
Das manchmal wir im Traum erfahren.

December 12th, 2016

Dann sah ich stumm die Kälte stehen
Und musste sie umarmen,
Sie war so unwahrscheinlich schön
Und hatte kein Erbarmen

December 12th, 2016

Der Nebel zeichnet seine Skizzen
Ins Netz von achtbeinigen Feen
Wo Tod und Schönheit einig blitzen
Und stolze Wesen untergehen

Halbschlaf

August 3rd, 2016

Es sind die fahlen Morgenstunden,
Die ihre stummen Lieder singen,
Mir kalte Zweifel, bange Furcht
Und deine schönen Augen bringen:
Mit schweren Blicken formst Du Worte,
Dein Mund bleibt, wie der Morgen, stumm,
Ich will Dir helfen, kann es nicht
Und frag mich nur: Warum? Warum?